Tafel XXVIIIGenau
Die Konstruktion in 29 Schritten

Sich kreuzendes Maßwerk

Um 1300 ließ man die Pfosten eines Fensters ohne Kapitell über den Kämpfer hinauflaufen und sich in gebogene Stäbe verzweigen. Jeder Stab wurde mit eigenem Radius aus denselben Mittelpunkten geschlagen wie der Fensterbogen, so hält er gleichen Abstand zu der Bogenhälfte, die vom selben Einstich geschlagen ist. Bei zwei Bahnen ergibt die Verzweigung ein Y, wie es um diese Zeit oft gebaut wurde. Hier steht ein gleichseitiger Bogen über der Spannweite; die Linie durch seine beiden Kreuzungen halbiert sie, und eine Vesica über jeder Hälfte halbiert sie noch einmal: vier Bahnen. Vom Kopf jedes Pfostens wird um jeden Kämpferpunkt ein Stab geschlagen, bis an die ferne Bogenhälfte. Wo die Stäbe sich kreuzen, bilden sie über jeder Bahn einen Spitzbogen und darüber Rauten. Zwei Einstiche tragen den ganzen Bogen, und jede Öffnung reicht von einem Einstich zum Kopf eines Pfostens; so ist die Figur genau.

Quellen

  • James Stevens Curl und Susan Wilson, A Dictionary of Architecture and Landscape Architecture, 2015, „tracery“